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Rezension - Das "Welt"-"Bild" des Axel-Springer Verlags

Das "Welt"-"Bild" des Axel-Springer Verlags
Gudrun Kruip  

Oldenbourg Verlag  
München 1999
ISBN: 3-486-56343-2
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Wie kaum ein anderer Verlag hat der Axel Springer Verlag die Zeitungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland geprägt. Angefangen bei der legendenumwobenen "Stunde Null" der Nachkriegszeit, bis hin zu der Zeit kurz vor dem Ende der DDR, (die in den Nennungen der Organe Springers bis 1989 grundsätzlich in Anführungsstrichen erwähnt wurde), spielten die Organe des Verlagshauses unter der Führung Axel Springers eine entscheidende Rolle für die Bildung der bundesdeutschen öffentlichen Meinung - stets unter dem Regiment des Verlegers Springer selber, der es gut verstand, sich mit einem Kreis ergebener Redakteure zu umgeben und sich selbst beinahe zu einem Visionär zu stilisieren. Wesentliches Merkmal seines Führungsstils waren ja nicht zuletzt die zahlreichen Legendenbildungen, die seinen unternehmerischen Erfolg erklären sollten. Somit war der Verlegersohn Springer mehr als nur einer von vielen erfolgreichen Unternehmern, wie sie die frühe Bundesrepublik hervorbrachte: Laut Bekenntnis unpolitisch und überparteilich, verliehen die Bildzeitung und die Welt einer ganzen Republik Identifikationsmuster, die bis in die 68'er Zeit hinein ungebrochen blieben. Gudrun Kruip hat eine Geschichte dieses beeindruckenden Verlagshauses geschrieben und ihr Augenmerk besonders auf die ideologischen und politischen Grundlagen gerichtet, die das Unternehmen bestimmten. Klares Bekenntnis zu Idealen wie "Freiheit"; "Nation"; "Christentum" und "Wohlstand" auf der einen Seite, polemische Kritik und feindselige Ablehnung gegenüber "Kommunismus"; "Studentenbewegung" und "Intellektuellen" auf der anderen Seite, bilden das Spannungsfeld, innerhalb dessen der Axel Springer Verlag Politik und Meinung machte und es dabei geschickt verstand, sein Verlagshaus stetig wachsen zu lassen. Der enorme Erfolg der Springer Presse ist nach Kruip darauf zurückzuführen, daß Springers gesellschaftliche Ideale und seine Vorstellungen über das Aussehen einer modernen Zeitung den Geist der Zeit genau trafen. Dabei sind die typischen Erscheinungsmerkmale etwa der Bildzeitung keineswegs Erfindungen Springers, sondern vielmehr, auch darauf weist Kruip hin, erfolgreiche Nachahmungen britischer, bzw. amerikanischer Vorbilder. Diese Einsicht in das Wesen des Erfolges ist einer der zentralen Punkte in der Argumentation des vorliegenden Buchs. Wenn der Spruch stimmt, daß jedes Land die Presse hat, die es verdient, dann kann auf dem Weg der Beschreibung dieser Presse auch viel über das Land ausgesagt werden, das diese Presse hervorgebracht und groß gemacht hat. Der Verfasserin ist damit auch ein interessantes Stück Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik gelungen. Es sind jedoch vor allem die kleinen Informationen, die dieses Buch lesenswert machen, z.B. über die subtilen Verschiebungen im Machtgefüge zwischen Springer und seinen Chefredakteuren, wie etwa zu Hans Zehrer, dem Leiter der "Welt" in Berlin, dessen Verhältnis zu Springer sich mit der Zeit genau ins Gegenteil verkehrte, oder die plötzliche und zunächst überraschende amerikafeindliche Haltung der Springer Blätter nach einem protokollarisch mißlungenen Besuch Springers in den Vereinigten Staaten.


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