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Rezension - Hans Holbein der Jüngere Akten des internationalen Symposiums Kunstmuseum Basel

Hans Holbein der Jüngere Akten des internationalen Symposiums Kunstmuseum Basel


Basel 1999
ISBN: 3796513549
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Heinrich VIII. von England, Christina von Dänemark, Erasmus von Rotterdam, William Warham, Erzbischof von Canterbury, Thomas Morus - so lauten die Namen der von Holbein gemalten. Malerei von manchmal erschütternder Modernität, von bewegender Genauigkeit und einmaliger Stilsicherheit kennzeichnen Hans Holbein des Jüngeren Oeuvre. Wenn man von Rembrandt gesagt hat, er zeige des Menschen Form und Geist, so kann man von Holbein d.J. sagen, er schaue durch seine Figuren direkt in unsere Tage hinein. Ausgebildet in der väterlichen Werkstatt in Augsburg und (ab 1515) in Basel zur vollen Schöpferkraft herangereift, erfuhr Hans Holbein der Jüngere grundlegende Einflüsse süddeutscher Malerei, der er Zeit seines Lebens verpflichtet blieb. Gleichzeitig tauchen in seinen Werken Elemente vieler Stilrichtungen auf, die schwer einzelnen Begegnungen oder gar Reisen des Malers zugeordnet werden können. Es ist leider nicht bekannt, ob er nach Italien oder in die Niederlande Reisen unternahm, in die beiden Zentren der europäischen Malerei im frühen 16. Jahrhundert, doch lassen sich eben diese Einflüsse getrennt voneinander untersuchen; und somit verbinden sich vor allem die Namen der Städte Augsburg und Basel mit dem Maler. Diese Beziehungen zu verdeutlichen ist die erste Aufgabe des vorliegenden Bandes: der Maler Holbein zwischen Italien, den Niederlanden und Frankreich, zwischen Augsburg und Basel - schließlich als Sohn des berühmten Augsburger Malers gleichen Namens. Das sind die Koordinatenpunkte eines schön gemachten Tagungsbandes anlässlich des 500. Geburtstags des Malers im Jahr 1997 in Qualität eines Kunstbuches mit wunderschönen Abbildungen. Das wissenschaftliche Niveau der einzelnen Erörterungen, hervorzuheben sind in erster Linie die Aufsätze von Daniel Hess, Nürnberg und Christian Rümelin, Bern, ist durchgängig hoch, wie man es von Schwabe und Co zu erwarten gewohnt ist; auch ein grober Fehler des Lektorats, nämlich die Vertauschung von zwei Abbildungen, bzw. deren Beschriftungen auf S. 224 ändert daran nichts. Was aus internationalen Kunstsammlungen längst in die Wissenschaft Einzug gehalten hat, nämlich Mehrsprachigkeit, ist auch in dem vorliegenden Band beispielhaft berücksichtigt, nämlich durch viersprachige Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Das mag aus Schweizer Perspektive zumal noch etwas selbstverständlicher erscheinen, als aus Bundesdeutscher; man kann es nur als Vorbild empfehlen. Die Epoche Holbeins, überaus reich an Talent und Genie findet ein Echo in vielen Illustrationen anderer Künstler in diesem Band, wie etwa von Da Vinci, Dürer oder auch Rembrandt, Grien, Raffael und Cranach und daher - wir befinden uns in einer Zeit, in der sich der Buchdruck zunehmender Beliebtheit erfreute eine große Zahl von Illustrationen schwarz-weiß gestaltet waren - überwiegt auch zweifarbiges Bildmaterial. Was den Leser bei Katalogen moderner Kunst stören mag, ist hier also historisch gerechtfertigt und wirkt trotz des Hochglanzpapiers "zeitgenössisch renaissance-haft". Dieses Spannungsfeld: Einzelperson - Werk und Epoche, Text und Bild, oder: Holbein der Jüngere, sein Wert und die Renaissance, Malerei und Druck stehen im Vordergrund des letzten Teils, wo einzelne Werke aus dem holbeinschen Oeuvre, wie das berühmte Bildnis des Charles de Solier, Sieur de Morette erörtert werden, ebenfalls einer der Höhepunkte in dem Buch, denn die Portraitmalerei vor allem erhielt durch Holbein unschätzbare Anstöße und Befruchtungen, so sehr übrigens, daß nach Holbeins Tod eine wahre Flut von Zuschreibungen an seinen Namen, Fälschungen und Kopien seiner Arbeiten stattfand, die es dem modernen Kunsthistoriker nicht immer leicht machen, wie Volker Manuth im letzten Beitrag zu dem auch handwerklich fein gemachtem Buch, man möchte fast sagen mit kriminalistischen Methoden des Forschers verdeutlicht. Besprechung von A. Martin


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